Quelle: Veranstalter
Tschaikowski - Wagner - Gubaidulina - Universitätsmusik Göttingen, Leitung: Antonius Adamske
11.07.2026
/ 19:00 Uhr
Göttingen
, Aula der Universität
Programm:
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893): Sinfonie Nr. 5, op. 64 (1888)
Richard Wagner (1813–1883): Einzug der Götter aus Rheingold
Sofia Gubaidulina (1931–2025): Der Zorn Gottes
Richard Wagner (1813–1883): Trauermarsch aus Götterdämmerung
Ein Programm, das die großen Fragen stellt: Wie behauptet sich der Mensch gegen das Dunkle? Das Universitätsorchester spannt einen Bogen von spätromantischer Leidenschaft über den Mythos der Germanen bis zur radikalen Klangsprache einer der bedeutendsten Komponistinnen unserer Zeit.
Im Zentrum steht Pjotr Iljitsch Tschaikowskis 5. Sinfonie (1888) – ein Werk über Schicksal und dessen Überwindung. Ein düsteres „Schicksalsmotiv" der Klarinetten zu Beginn durchzieht alle vier Sätze und verwandelt sich am Ende in einen strahlenden, triumphalen Marsch. Dazwischen liegen eines der berühmtesten Hornsoli der Orchesterliteratur im Andante cantabile und ein anmutiger Walzer, der Tschaikowskis Nähe zum Ballett verrät.
Nach der Pause führt Richard Wagner in die Welt des „Rings": Der Einzug der Götter in Walhall aus dem Rheingold entfaltet festliche Pracht mit schimmerndem Blech, während der Trauermarsch aus der Götterdämmerung – der Tod des Helden Siegfried – zu den erschütterndsten Orchesterseiten der Musikgeschichte zählt.
Den emotionalen Gegenpol bildet Sofia Gubaidulinas (1931–2025) „Der Zorn Gottes". Das gut fünfzehnminütige Werk, 2020 zum 250. Beethoven-Jahr uraufgeführt, ist „dem großen Beethoven" gewidmet. Wo Beethoven auf seine Frage „Muss es sein?" mit „Es muss sein!" antwortete, ruft Gubaidulina ein leidenschaftliches „Nein, es darf nicht sein!" entgegen – ein aufwühlender Aufschrei gegen den geistigen Verfall, getragen von wuchtigen Schlägen im tiefen Register und flirrenden Höhen. Ein seltenes Erlebnis, dieses Werk der wenige Monate zuvor verstorbenen Komponistin live zu hören.
Ein Abend über Schicksal, Untergang und Widerstand – gespielt mit der Energie und dem Idealismus eines großen studentischen Klangkörpers.