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Freitag, 30.10.2026
um 20:00 Uhr




Für Trends hat Rainer Beutin sich nie interessiert. Von Beginn an hat er immer sein Ding gemacht. Sein Ding – das war ganz am Anfang vor über 40 Jahren der Blues. Mittlerweile hat er sein musikalisches Spektrum deutlich erweitert. Zusammen mit seinem Alter Ego, dem raubeinigen, ehrlichen, direkten und herzlichen Charly Schreckschuss, mischt er seit fast einem halben
Jahrhundert kräftig in der deutschsprachigen Rockmusik-Szene mit.

Bald 50 Jahre – das sollte dann ja auch langen, könnte man meinen. Meinte er vor ein, zwei Jahren auch und raffte sich zu einer Abschiedstournee durch norddeutsche Clubs auf. Aber dann passierte etwas mit ihm. So ganz genau weiß er auch nicht mehr, was es war. Die Resonanz bei den Live-
Konzerten war überaus positiv. Seine Band in Hochform. Wirklich aufhören? Geht noch nicht, ist zu
früh. Da ist noch Power, da ist noch Energie, da glüht noch ein Feuer. Es muss weitergehen.

Und dann geschehen Dinge um ihn herum, in Deutschland, in der Welt. Beutin alias Schreckschuss
hat nie ein Hehl aus seiner Überzeugung gemacht. Haltung war für ihn eine Selbstverständlichkeit.
Schon immer. Das Erstarken der AfD in Deutschland ist eines dieser Themen, das ihn nicht mehr
ruhig schlafen ließ. Dann ist da dieser Mann mit dem roten Schlips und der Sturmfrisur im Weißen
Haus. Der besucht Beutin in seinen Albträumen. In seinem Haus in Dänemark kann er sehen, wie
der Meeresspiegel steigt. Dieses und viele weitere Themen treiben ihn um und befeuern seine
Kreativität.

Und dann ist da ein gewisser Detlef Petersen, ein Nordfriese in seinem Alter, der einen Namen in
der Musikszene hat. Er gründete einst die Band Lake, die in ihren frühen Jahren eine der
erfolgreichsten deutschen Bands in den USA war. Es heißt, Petersen arbeitet an einem Revival von
Lake. Oft sitzen die beiden bei einem guten Rotwein zusammen und besprechen die Weltlage. Als
Beutin ihm vor zwei Jahren berichtete, dass er ans Aufhören denkt, sagte Petersen: „So einfach
kommst du mir nicht davon. Wir machen noch ein Album.“

Das ist mittlerweile fast fertig, die Songs sind im Kasten, aufgenommen mit den hervorragenden
Musikern seiner Band in einem Studio in Hamburg. Neue Songs, die sich mit der Weltlage
beschäftigen, aktuelle Themen, Brennpunkte des Zeitgeschehens hat Beutin in diesen neuen Songs
verarbeitet.

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