Nach Texten von Anton Tschechows "Die Vaterlosen/Platonov"
Hey Leute, Gigi hier. Also worum geht's? Auf der Insel der Verführung (Mallorca oder anderswo, wo es auch schön ist) ist Aleks Platonov mit seiner Freundin Christina Trileckij bei Temptation Island, um der Welt zu zeigen, wie Liebe richtig geht. Könnte auch alles ganz gut klappen, wäre da nicht Vanessa Egorovna Petrovna, das Ideal, hinter dem alle anderen Ideale verblassen, der er sich erwehren muss. Oder vielleicht liegt es auch an ihm, aber ich seh da die Red Flag nicht. Okay?
Eine Collage über das unbedingte Bedürfnis, wer sein zu wollen, die große Liebe, das Gefressenwerden.
Mit: Johanna Engel, Jel Woschni
Inszenierung & Text: Johanna Engel & Luis Dekant
Entstanden als Diplomabschlussarbeit Schauspiel an der HfMDK Frankfurt am Main. Hessens staatliche Hochschule für Musik, Theater und Tanz.
Hinweis: In diesem Stück wird eine Bedrohungsszene mit einer Waffe dargestellt. Zudem kommt es zu leichten stroboskopartigen Effekten.
Das schreibt die Presse:
„Eine kreative, unterhaltsame, temporeiche und interaktive Art, zwischen zwei unscharfen Polen zu hängen: dem diffusen Bauchgefühl, dass mit der unstillbaren Sehnsucht, ganz rollenkonventionsfreies Individuum zu sein, etwas nicht stimmt; und dem Kopf, der mit Gesellschaftskritik-Versatzstücken geflutet ist.[...] Die Klassifizierung als Collage stimmt, das Spiel der Ebenen funktioniert. Am Ende erweist sich die Rahmenhandlung als die eigentlich Bedeutung tragende."
Johannes Bartmes, Reutlinger Generalanzeiger 22.Juni 2026
„In der mediengeilen und mediensüchtigen Gegenwart mutiert Cechovs Vorlage zur schillernden Farce […] inmitten der scheinbar freidrehenden Apparatur macht sich Engel als grandioses Energiezentrum bemerkbar und holt tausendsassahaft fast alle Figuren aus sich heraus, eine bemerkenswerte Selbstbehauptung des Theaters. Und dann gibt es noch eine kühle Präsenz am E-Piano (Jel Woschni). Hinter einer schmalen dunklen Sonnenbrille fungiert die als Jel angesprochene Figur als eine Art Showmaster. [… Im Zimmertheater verschiebt sich der Fokus vom Verführer auf Verführung in einem weiteren Sinn. Das englische Wort Temptation ist mehrdeutig, kann Versuchung, Verführung oder Verlockung heißen, und der Absturz ist keinesfalls vorprogrammiert. Jedenfalls steht nicht Platonov beziehungsweise Aleks (Johanna Engel) im Mittelpunkt, sondern Frauen wie Johanna, Christina oder Vanessa.“
Dorothee Herrmann, Schwäbisches Tagblatt 22. Juni 2026
19 Uhr