Quelle: Reservix

Sonntag, 05.07.2026
um 18:00 Uhr




Er ist ein Star in den Konzertsälen der Welt. Er sei, sagt man, vom göttlichen Funken beseelt und inspiriert vom himmlischen Atem: Albrecht Mayer, seit 30 Jahren Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker, ist einer der prägenden Oboisten unserer Zeit und einer der meistgefragten Solisten und Kammermusiker. Weltweit wird er für seine exquisite Klangkultur und Atemdramaturgie gefeiert; sein Ausdrucksideal findet er in der menschlichen Stimme, im Gesang.

Begleitet wird er von der renommierten Pianistin Kimiko Imani. Als Solistin singt auch sie auf dem Klavier: die friedvolle Melodie von Skriabins impressionistischem Prélude und die Oberstimme in Liszts kongenialer Wagner-Transkription „Isoldens Liebestod“, während sie in der Begleitung die Illusion eines Orchesters erzeugt. Fast melodielos dagegen sein „Vers la flamme“: ein Flimmern der Harmonien und Energien in einer monumentalen Klimax hin zum mystischen Erlöschen im Feuer. Die sich im Feuer des Geistes stetig erhitzende Erde, so glaubte Scriabin, werde in einem Weltbrand unter- und verwandelt daraus hervorgehen ...

Gemeinsam verwandeln Kimiko Imani und Albrecht Mayer die intensivsten Opernarien Mozarts in bezaubernde Kammermusik. Die langen lyrischen Phrasen der Oboe, ihre perlenden, bisweilen schneidenden Koloraturen trägt und verstärkt das orchestrale Klavier: todtrauriges Liebesleid in Paminas „Ach, ich fühl’s, es ist verschwunden“, schockverliebt-inniges Sehnen in Taminos „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“, explodierende Raserei, höllische Bosheit, stechende Kälte in der Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ der Königin der Nacht („Die Zauberflöte“). Heroische Entschlossenheit ist in Konstanzes „Martern aller Arten“ zu spüren („Die Entführung aus dem Serail“).

Duft und Zauber, Idyllik und pastorale Sehnsucht, am Ende ein strahlendes Tanzen in der spätromantischen, mit klassizistischen Zügen durchsetzten Sonate von Saint-Saëns, die er kurz vor seinem Tod noch schrieb. Auch Poulencs Oboensonate entstand in seinem Todesjahr. Elegisch und nach innen gekehrt, ist sie ergreifend in ihrer Mischung aus Anmut und Melancholie. Ein bitter-süßes Abschiedswerk? Zum Schluss des Programms ein Bravourstück, Klemckes romantische Fantasie über Donizettis melodramatische Oper „Linda de Chamounix“: farbiges Belcanto – virtuos und gut gelaunt.

Dies Bildnis ist bezaubernd schön
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Vier Arien für Oboe und Klavier
Ach ich fühl’s, es ist verschwunden | Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen | Dies Bildnis ist bezaubernd schön | Martern aller Arten
Alexander Skriabin (1872–1915): Prélude, op. 17 Nr. 3 | Vers la flamme, op. 72
Camille Saint-Saëns (1835–1921): Sonate D-Dur für Oboe und Klavier, op. 166
Francis Poulenc (1899–1963): Sonate für Oboe und Klavier
Franz Liszt/Richard Wagner: Isoldens Liebestod
Ludwig (Louis) Klemcke (19. Jh.): Linda Fantasie über Donizettis „Linda de Chamounix“ für Oboe und Klavier

Tickets unter https://www.eventim-light.com/de/a/614ad6057b4f7316400b2314/e/6968a3aa4d3bad07acb0df2d

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