Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen - „Wir sind halt ein berühmtes Paar gewesen, leider, ohne unser Zutun“. Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch
„Wir sind halt ein berühmtes Paar gewesen, leider, ohne unser Zutun“, schrieb Max Frisch 1963 an Ingeborg Bachmann, als sich das Beziehungs-Aus in ihren illustren Kreisen nicht mehr verheimlichen ließ und sie im Gezerre um die Schuld Verbündete suchten.
Ein Jahr zuvor hatte sich der damals 51-Jährige gegen die 36-jährige Bachmann und für die 23-jährige Romanistikstudentin Marianne Oellers entschieden. Zwar hatten Bachmann und Frisch eine Vereinbarung, die ihnen Affären erlaubte und von der beide Gebrauch machten. Aber die Endgültigkeit von Frischs Entscheidung trieb Bachmann in den psychischen und physischen Ruin.
Von Beginn an verwickelten sich Ingeborg Bachmann und Max Frisch in ausgefeilte Double Binds. Sie schrieben sich wahlweise berührende Liebesschwüre, brüske Zurückweisungen und flehentliche Bitten um eine zweite Chance. Ihre Trennung war nur eine Frage der Zeit. Als sie kam, dauerte sie fast so lange wie ihre Beziehung.
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