fetzen
fetzen ist eine Bühnenperformance, die sich mit dem Thema Streit und der körperlich-szenischen Praxis des „Sich-Fetzens“ auseinandersetzt. Im Zentrum steht die Beschäftigung mit Wrestling – einem medial aufgeladenen, männlich codierten Showsport, der als ästhetisch und strukturell spannungsreicher Rahmen genutzt wird. Durch choreografierte Kampfszenen, körperliche Konfrontationen und das Spiel mit Rollenbildern werden Konventionen von Gewalt, Zärtlichkeit und Repräsentation hinterfragt.
Als FLINTA*-Kollektiv rückt insbesondere die Verbindung von Wut, Verletzlichkeit und Selbstermächtigung in den Fokus. Erforschend wird der Frage nachgegangen, wie sich geskriptete Brutalität anfühlt, welche Schutzmechanismen durch Seile und Kostüme entstehen und wie neue Regeln des Auseinandersetzens gemeinsam entwickelt werden können.
Dabei werden unterschiedliche Perspektiven eingenommen: Wrestling wird nicht nur dekonstruiert, sondern queerfeministisch umgeschrieben. Die körperliche Herangehensweise bildet einen zentralen Bestandteil der Arbeit. Ergänzend zum physischen Spiel kommen selbstverfasste Texte, Live-Video sowie Live-Audiodeskription zum Einsatz, um das Bühnengeschehen zu erweitern und zugänglicher zu machen. Bühnen- und Kostümbild spielen bewusst mit Erwartungen an Genderzuschreibungen im Sport und zielen darauf ab, tradierte Bilder zu verschieben.
fetzen ist eine Einladung zum Gegenüberstehen, zum Ausholen, zum Zurückschlagen – aber auch zum Miteinander im Widerstand.
Hinweis/ Content Note:
Stroboskoplicht, Darstellung von Gewalt, laute Musik, Dunkelheit
Einlass: 20:15 Uhr