Programm:


Joseph Haydn:
Streichquartett g-Moll op. 20 Nr. 3

Max Reger:
Klarinettenquintett A-Dur op. 146


Joseph Haydn pflegte eine eher ruhige Lebensart, anders als sein Zeitgenosse Mozart legte er Wert auf Ordnung und Geruhsamkeit. Abenteuerlust und Wagemut hob er sich für seine Musik auf: Gerade erst hatte er selbst aus dem damals populären, aber etwas belanglosen Divertimento a quattro die anspruchsvolle Gattung Streichquartett geformt und etabliert, da warf er in seinen "Sechs Quartetten op. 20" alle Regeln schon wieder über den Haufen. Der erste Satz des heute in unserem Konzert gespielten g-Moll-Quartetts etwa hat ein völlig asymmetrisches Thema. Alle Musik von der Klassik bis zum heutigen Pop beruht auf achttaktigen Perioden, Haydn dagegen beginnt ganz bewusst mit einem siebentaktigen Thema – ein kleiner, aber wirkungsvoller Affront gegen die Regeln. Überhaupt schüttelt er dann mit einer für seine Verhältnisse geradezu diabolischen Lust an der musikalischen Unordnung die Themen durcheinander.

Mit seinem im Sommer 1915 begonnenen Klarinettenquintett besann sich Max Reger auf seine Vorbilder Mozart und Brahms, deren Werke in dieser Gattung er besonders schätzte. Das motivisch dicht gefügte und melancholische Quintett sollte Regers letztes Opus werden. Kurz nachdem er es an seinen Verleger geschickt hatte, erlag er im Mai 1916 einem Herzschlag. Das Quintett wurde so zum Schwanengesang, uraufgeführt bei einer Gedenkfeier für den Komponisten am 6. November 1916. Dem idyllischen Tonfall hört man nicht an, dass diese Musik inmitten des Ersten Weltkriegs entstanden ist.


Mitwirkende:

Julia Puls, Klarinette

Viktoria Quartett:
Esiona Stefani und Jiwon Kim, Violinen
Aliaksandr Senazhenski, Viola
Philipp Willerding-Bach, Violoncello


Foto Viktoria Quartett: © Bochumer Symphoniker

Einlass ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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