Das KAIROS QUARTETT gestaltet 2026/27 wieder eine eigene Veranstaltungsreihe Kairos Quartett 30 an seinem Sitz, der Stadt Berlin im 20nine30 (vormals Ölbergkirche) in Kreuzberg. In Kooperation mit dem Verein für den ausgefallenen Klang erklingen einzelne Programme auch im Rahmen der Reihe „Ohriginaltöne“ an besonderen ländlichen Orten im Land Brandenburg. Dazu kam am 5. Juli wieder einer der beliebten Klangspaziergänge im historischen Dorfkern von Kleinmachnow mit dem ausKlang Ensemble. Alle Beteiligten arbeiten wieder daran, potentielles Publikum aller Altersgruppen und Bildungsmilieus neugierig auf das Lauschenswerte zu machen und das Streichquartett in vielen Facetten neu zu entdecken, mit zugleich stark regionaler und internationaler Ausrichtung.
Mit den OHRIGINALTÖNEN erschließt ausKlang ländliche Regionen für aktuelle improvisierte und komponierte Musik im interaktiven Austausch mit anderen Kunstsparten, die typischerweise eher in Großstädten oder auf spezialisierten Festivals zu hören ist. Wir rollen dem Publikum den roten Teppich aus. Offene Sinne sind die einzige Voraussetzung, und sie hängt weder mit dem Geldbeutel noch mit Bildung, Herkunft, Glaube oder Geschlecht unseres Publikums zusammen.
Wir widmen GYÖRGY KURTÁG zum 100. Geburtstag dieses Programm in tiefer Dankbarkeit und Verehrung. Sein Op. 1 (1959) war die erste Komposition, welche das Kairos Quartett bei der Gründung 1996 auswählte und mit dessen Einstudierung das mittlerweile renommierte Quartett umgehend begann. Als Kurtág einige Jahre später Fellow des Wissenschaftskolleg wurde, arbeitete das Quartett mit ihm daran und spielte es auf CD ein. Laut Kurtág bilden die ersten sieben Takte von Op. 1 die Essenz seines Gesamtschaffens ab.
Kurtágs Quartette und Solos begegnen einander und werden in verschiedenen räumlichen Konstellationen durch die Lesung ausgewählter Texte mit Bezug zum Jubilar flankiert. Da Kurtág uns tief mit seinen (und Martas) Interpretationen der Musik J. S. Bachs am Klavier berührt, sind zwei originelle Bach-Bearbeitungen der bekannten slowenischen Komponistin Larisa Vrhunc Teil des Programms. Außerdem kommt es zur Uraufführung von Khrōmophōnēsis XIIa, ein Kompositionsauftrag an den jungen kroatischen Komponisten und Architekten Marko Slaviček, der Kurtágs Musik sehr schätzt.
Der Abend ist mit Imbiss-Paus geplant.